Archive for the ‘Chemie’ Category

Die Kunst der Waffenschmiede…

Montag, Januar 12th, 2015

…bestand unter anderem darin, reine Metalle ohne oder mit genau definierten Mengen an Verunreinigungen (1) herzustellen.
Für den Anfänger eignet sich folgendes Experiment, welches in diesem Video (2) eindrucksvoll dargestellt ist.
Vorsicht beim eventuellen Nachmachen, der Schmelzpunkt von Aluminium beträgt 660 °C!

(1) Wie z. B. andere Metalle oder Kohlenstoff.
(2) rechte Maustaste / Link in neuem Tab öffnen

Ungefähr seit Mitte…

Mittwoch, Oktober 15th, 2014

…des 18. Jahrhunderts ist die Pizza als mit Olivenöl beträufeltem und Tomatenscheiben und Basilikum belegtem gebackenem Teig als populäres Nahrungsmittel in Süditalien bekannt.
Mittlerweile gibt es unzählige Möglichkeiten, eine Pizza zu belegen oder wie mir eine Italienerin mit Schaudern in der Stimme erzählt hat: …und ich habe einmal Pizza Hawaii probiert und ich muss sagen, sie war wirklich horribile, wirklich schrecklich!
Was passiert aber genau beim Backen einer Pizza? Diese Antwort findet der geneigte Bloglesende in folgendem Video genau erklärt (rechte Maustaste - Link in neuem Tab öffnen).
Guten Appetit!

In einem Schrank…

Freitag, August 22nd, 2014

…kann sich allerlei verbergen.

Kinder verstecken sich darin und im Wandschrank von Professor Digory Kirke kann man beispielsweise hinter den Mänteln nach Narnia gelangen.

Aber in einem anderer Schrank gelang es, die Grundlagen für eine bis heute andauernde Erfindung zu schaffen.
1826 wurde von Joseph Nicéphore Niépce und Louis Daguerre das erste Foto gemacht. Die Belichtungszeit betrug noch acht Stunden und das Bild war nur im Dunkeln beständig. Die Fotoplatten bestanden damals aus teurem Kupfer, das mit Silber beschichtet war. Die beiden arbeiteten fleissig daran, die Zeit zu verringern und die Beständigkeit zu verbessern. Immer und immer wieder wurden ihre Bemühungen enttäuscht. Neun Jahre später, im Frühjahr von 1835, will Daguerre (mal wieder) eine Fotoplatte belichten. Doch nach wenigen Minuten ziehen Wolken auf und Daguerre, der die Platte wegen des wertvollen Kupfers nicht wegwerfen wollte, legte sie in seinen Laborschrank.
Am nächsten Morgen, als Daguerre den Schrank öffnet, sieht er zu seiner großen Verwunderung auf der nur wenige Minuten belichteten Platte ein klares Bild.
Schnell schlussfolgert Daguerre: “Irgendeine der Chemikalien im Schrank muss dafür verantwortlich sein.” Also wird das Experiment wiederholt und jedes Mal nimmt Daguerre eine weitere Chemikalie aus dem Schrank. Immer wieder hat er das selbe Ergebnis eines klaren Bildes und seltsamerweise auch, nachdem er alle Chemikalien aus dem Schrank genommen hat.
“Ist es das Holz? Oder ist da sonst nochwas drin?” fragte sich Daguerre. Bei ganz genauer Inspektion des Schranks entdeckt er Quecksilberkügelchen in einer Ritze. Die Quecksilberdämpfe im Schrank sorgten also für die Bildentstehung. Er überprüfte diese Vermutung, verbesserte dieses Verfahren und machte durch ein Salzbad der Platten in konzentrierter Kochsalzlösung das Bild auch noch lichtbeständig.
Wer ein Bild von Daguerre sehen möchte, betrachte sich den 5-Dollar-Schein der USA. Das Portrait von Abraham Lincoln wurde 1864 mit Daguerres Verfahren - der Daguerrotypie - aufgenommen.

…und in meinem Schrank hausen mit Sicherheit kleine Lebewesen, die mir nachts die Kleidung enger nähen, man nennt sie Kalorien :)

Bei einem abendlichen Gespräch…

Sonntag, August 17th, 2014

…anlässlich einer Curry-Essenseinladung kam das Thema Kohlenstoffdioxid und dessen natürliches Vorkommen auf.
Hier kommt eine Liste mit den recherchierten und meines Erachtens interessantesten Punkten:

  • In Neapel gibt es die Hundsgrotte oder grotta del cane.
    Aus dem Boden strömt Kohlenstoffdioxid aus, welches dann in einer Konzentration von ungefähr 70 Prozent vorliegt.
    Hunde, die sich in diesem Kohlenstoffdioxidsee befinden, ersticken, während ihre Herrchen nichts davon merken :( .
  • In Bad Pyrmont gibt es die Dunsthöhle, die für medizinische Zwecke (Baden in Kohlenstoffdioxid) bei Indikationen, wie schlechte periphere Durchblutung, schlecht heilende Wunden, Ekzeme, … genutzt wird.
  • In Afrika (Kamerun) ereignete sich 1986 ein tödliches Drama, bei dem fast 2000 Menschen und Tausende von Tieren starben.
  • In Bodensilos im landwirtschaftlichen Bereich bildet sich Kohlenstoffdioxid. Landwirte prüfen vor dem Einstieg in die Bodensilos, ob die Atmosphäre am Boden der Silos atembar ist. Und nicht, wie meine Schüler nach der vorherigen Vorstellung der Hundsgrotte mutmaßten “…vielleicht hat der Bauer ja einen Dackel…”, sondern einfach mittels einer brennenden Kerze, deren Licht in Kohlenstoffdioxidatmosphäre erlischt.

Wenn Kohlenstoffdioxid aber schwerer als Luft ist, wieso haben die Bergleute die Käfige mit ihren Bioindikatoren (Kanarienvögel) an die Stollendecken gehängt?
Das wird in einem der nächsten Beiträge erklärt ;-)

Um nicht sinnloses Gestammel…

Donnerstag, Juli 31st, 2014

…zu senden, entschlossen sich die Produzenten der Star-Trek-Filme im Jahr 1984 den Sprachwissenschaftler Mark Okrand mit dem Entwickeln der Sprache Klingonisch zu beauftragen.
Mr. Okrand übernahm die Worte, die James Doohan (1) 1979 für den ersten Star-Trek-Film vorgeschlagen hatte. Andere Worte, die Okrand erarbeitete, haben mitunter einen skurrilen Hintergrund. Da sein Nachbar Jill hieß, ist das klingonische Wort für Nachbar jil.
Der britische Dramatiker George Bernard Shaw war Pate für das klingonische Wort für Fisch:

  1. Die Buchstabenfolge gh im Wort enough wird wie f ausgesprochen
  2. Der Buchstaben o im Wort women wird wie i ausgesprochen
  3. Die Buchstabenfolge ti im Wort nation wird wie sh ausgesprochen

Also kann man das Wort ghoti wie fish aussprechen. Deshalb ist ghoti auch das klingonische Wort für fish. Ich glaube, das brächte George Bernard Shaw zum Schmunzeln :)

Und der bekannteste Monolog aus Hamlet sieht im klingonischen Original so aus:
taH pagh taHbe’. DaH mu’tlheghvam vIqelnIS. quv’a', yabDaq San vaQ cha pu’ je SIQDI’? pagh, Seng bIQ’a'Hey SuvmeH nuHmey SuqDI’, ‘ej, Suvmo’, rInmoHDI’? Hegh. Qong. – (Hamlet, 3. Aufzug, 1. Szene)

(1) Doohan war der erste Darsteller von Montgomery Scott

Wenn man die griechischen …

Mittwoch, Juli 30th, 2014

…Bezeichnungen für Stein und Götterblut miteinander verbindet, erhält man das Wort Petrichor.
“Danke für’s Update! werden sich die Bloglesenden vielleicht denken.
Petrichor entsteht bei der Reaktion von Pflanzenölen mit Geosmin. Eben diese Reaktion findet statt, wenn es regnet - die Pflanzenöle werden heruntergewaschen und vermischen sich mit dem bicyclischen Alkohol Geosmin.
Das entstehende Petrichor ist für den typischen Geruch verantwortlich, der nach einem Sommerregen auftritt.
Chemie ist eben überall :-)

Sommerzeit = Grillzeit

Mittwoch, Juni 4th, 2014

…oder Grillierzeit, wie es in meiner neuen Wahlheimat heißt.
Der Comedian Dieter Nuhr hat diese beliebte Männersportart bis in die Steinzeit zurückverfolgt und es mit wenigen Worten auf “Fleisch auf Feuer …. Guuuuuuuuuuut!” reduziert. Der Versuch der Damen, sich daran zu beteiligen, wird von der Männerwelt vehement mit Sätzen wie “Frau am Feuer!” verhindert.
…aber wenn irgendwo in der Nachbarschaft gegrillt wird, erschnuppert man das sofort.
Aber was löst diesen atemberaubenden und Wasser im Mund zusammenlaufen lassenden Geruch aus?
In diesem Video werden die Geruchsgeheimnisse von Speck chemisch fundiert erläutert.

Im Englischen gibt es…

Donnerstag, April 17th, 2014

…die Metapher mad as a hatter, was übersetzt so viel bedeutet wie Verrückt wie ein Hutmacher.
Den Verrückten Hutmacher aus Alice im Wunderland von Lewis Carroll kennt der geneigte Lesende, aber woher kommt die Verbindung vom Hütemachen und Verrückt-Werden?
Um beispielsweise Kaninchenfelle zu filzen, damit man aus dem Filz Hüte herstellen kann, verwendeten die Hutmacher früher eine Beize aus Quecksilber und Salpetersäure. Das ständige Einatmen der geringen Mengen an Quecksilber führte über drei Stufen - Zuerst Mattigkeit und Arbeitsunlust, dann Verschlechterung des Gedächtnis mit steigender Reizbarkeit und schließlich absolut reduzierte geistige Arbeitsfähigkeit gepaart mit blutigem Schnupfen und Zahnverlust - zur kompletten Verblödung der Menschen, die ständig mit Quecksilber arbeiteten.
Aber nicht nur Hutmacher litten unter dieser Krankheit, die auch als Hutmachersyndrom bekannt ist, auch Leuchtturmwärter atmeten die Quecksilberdämpfe ein, denn die Leuchtfeuer in den Leuchttürmen waren in einem mit Quecksilber gefüllten Behältnis gelagert.

Früher war alles…

Dienstag, April 1st, 2014

…besser, sogar die Zukunft.
Dieses Zitat von Karl Valentin stimmt nicht immer. Die beliebten Scherze zum 1. April waren früher durchaus giftig bis lebensgefährlich zu nennen.
Ein Beispiel hierfür ist der Aprilscherz von 1939 aus der Zeitschrift Popular Science. Dabei geht es um manipulierte Streichhölzer, die zum großen Erstaunen des Benutzenden eine Pharaoschlange entstehen lassen.
Das Problem dabei liegt in der Vorbereitung der Streichhölzer. Denn hier wird Quecksilberchlorid als Ausgangsstoff verwendet. Wer es trotzdem machen will, kann es unter diesem Link genau nachlesen.

Man nehme…

Dienstag, Juni 11th, 2013

…einen rohen, ausgenommenen und gesäuberten Fisch und umhülle ihn in gekochtem Reis. Ein darum gewickeltes Bambusblatt verhindert das Auseinanderfallen dieses Gebildes. Durch einen Fermentierungsprozess (der automatisch abläuft) wird der Reis säuerlich und ist nicht mehr genießbar, der Fisch jedoch ist durch diese Methode bis zu einem Jahr haltbar.
Der Ursprung dieser Konservierungsmethode liegt im Mekong-Delta und ist bis ins Jahr 718 zurückzuverfolgen.

Wer nicht so viel Zeit hat, säuert einfach den Reis an und packt da ein Stück Fisch ein. Dieser saure Reis heisst im Original Sushi und schmeckt, in Sojasauce getunkt, einfach fantastisch. Und wer es selber machen will, der kann z.B. in München einen Kurs bei Sushi + Soul buchen.

Guten Appetit!

Ab Ende Mai…

Donnerstag, Mai 30th, 2013

…ist Rhabarberzeit. Kuchen und Kompott aus diesem Knöterichgewächs stehen dann hoch im Kurs.

Äusserst wichtig bei der Zubereitung ist das vorherige Kochen der Stiele, um die enthaltene Oxalsäure zu entfernen. Denn ansonsten bildet sich mit dem Calcium des Körpers das Salz Calciumoxalat.

Und daraus bestehen Nierensteine. Unter einem Stein stellt man sich landläufig etwas wie einen Flußkiesel oder dgl. vor.

Wieso sind Nierensteine dann so schmerzhaft? Wie immer sagt ein Bild mehr als 1000 Worte, denn wenn ein solcher Bursche sich durch die Harnröhre ins Freie bewegt, dann spürt man das.

Nierenstein (Calciumoxalat)

Das Bild stammt aus folgender Quelle.

Tröpfchen …

Mittwoch, April 24th, 2013

für Tröpfchen Qualität.

Das scheint sich auch der australische Professor Parnell im Jahr 1927 an der Universität Queensland gedacht zu haben, als er sein legendäres Pech-Experiment startete.

Eine Probe Pech wurde in einen Scheidetrichter gegeben und nach drei Jahren, in denen das Pech Zeit hatte, sich zu setzen, wurde der verschmolzene Auslass des Trichters geöffnet.

Nach bislang 86 Jahren sind erst 8 Tropfen Pech aus dem Auslass getropft, der 9. Tropfen formt sich gerade.
Bislang hatte jedoch niemand die Gelegenheit, einen der Tropfen fallen zu sehen.

Folgender Link zeigt sowohl ein Livebild der beobachtenden Webcam als auch eine Zeitrafferaufnahme, in der fast ein ganzes Jahr zusammengefasst ist.

Am Tatort…

Montag, April 1st, 2013

…wurde eine Hautschuppe des potentiellen Täters gefunden.

Die darin enthaltene DNA ist mengenmässig zum Untersuchen viel zu wenig. Also muss sie vervielfacht werden. Das geschieht mit Hilfe der PCR (polymer chain reaction). Vielen Schüler/innen fällt es schwer, dieses Verfahren zu verstehen.

Aber mit Hilfe dieses Artikels wird es über das Beispiel eines Line-Dancings während einer Familienfeier anschaulich erläutert.

An Ostern…

Sonntag, März 31st, 2013

…werden zahllose Eier gefärbt.

Aber wie bekommt man die Farbe auf die Eierschale?

Dieses Video gibt Auskunft.

Viel Spaß und Erfolg beim Suchen!

Mit den Worten…

Dienstag, Februar 12th, 2013

O’zapft is! verkündet der Oberbürgermeister in München jedes Jahr den Start in die 5. Jahreszeit, nachdem er das erste Fass angestochen hat.
Aber auch anderes wird aus reiner Neugierde angebohrt. Der Mars-Rover Curiosity hat den Mars angebohrt.
Man darf gespannt sein, was die Analysen alles ergeben werden.