Archive for August, 2014

Es gibt 10 Arten von Menschen…

Mittwoch, August 27th, 2014

…auf dieser Welt,
diejenigen, die binär denken können
und diejenigen, die es nicht können (1).

Diesen Kalauer bringe ich im Unterricht immer, wenn das Binärsystem behandelt wurde. Dazu muss man die Zweierpotenzen können (2⁰ = 1; 2¹ = 2; 2² = 4; 2³ = 8; 2⁴ = 16; …) und die Binärzahl von rechts nach links lesen.
So bedeutet die Binärzahl 1101 nichts anderes als 1*2³ + 1*2² + 0*2¹ + 1*2⁰ = 8 + 4 + 0 + 1 = 13.

Aber wie übersetzt man Binärschreibweise in Buchstaben?

Nehmen wir den Binärcode 01000001 01101100 01100110 01101111 01101110 01110011, der freundlicherweise bereits in 8er Gruppen (2) aufgeteilt wurde. Ansonsten muss man es selber machen.
Die ersten drei Digits sagen uns, ob es sich im einen Groß- (010) oder Kleinbuchstaben (011) handelt. Wir können also unseren Binärtext aufteilen und zwar ungefähr so:
01000001 = 010 00001
01101100 = 011 01100
01100110 = 011 00110
01101111 = 011 01111
01101110 = 011 01110
01110011 = 011 10011

Die übrig gebliebenen 5er-Gruppen übersetzen wir (wie gelernt) in Zahlen.
00001 = 0*2⁴ + 0*2³ + 0*2² + 0*2¹ + 1*2⁰ = 0 + 0 + 0 + 0 + 1 = 1
01100 = 0*2⁴ + 1*2³ + 1*2² + 0*2¹ + 0*2⁰ = 0 + 8 + 4 + 0 + 0 = 12
usw.

Der 1. Buchstabe im Alphabet ist das a und die 010 (ersten drei Digits) sagen uns, dass es ein Großbuchstabe ist. Der 12. Buchstabe im Alphabet ist das l und die 011 (ersten drei Digits) sagen uns, dass es ein Kleinbuchstabe ist. Genau so dechiffriert man auch die anderen Zahlen.
Das kodierte Wort lautet also: Al____ (<- Lösung bitte per Kommentar ;) )

...und wenn die 5er-Gruppe 00000 heißt, ist es ein Leerzeichen.
Wer die Anleitung nochmal auf Englisch hören möchte, kann das hiermit machen und wer einfacher Texte chiffrieren und dechiffrieren will, findet bei diesem Link ein nützliches Tool.

Viel Spaß beim Anwenden dieses (wie meine Schüler sagen würden) unnützen Wissens :D

(1) Die binäre Zahl 10 ist dezimal 1*2¹ + 0*2⁰ = 2 + 0 = 2 :)
(2) 8 Bits sind 1 Byte

Daumen raus, …

Dienstag, August 26th, 2014

…Sonnenbrille runter, lächeln!
Das habe ich das letzte Mal mit achtzehn in Griechenland gemacht. Da hat es auch nicht geklappt…

Mit diesen Worten beschreibt Hape Kerkeling in seinem Bestseller Ich bin dann mal weg das Trampen nach Pamplona.

In Kanada wurde ebenfalls getrampt. Von Halifax an der Ostküste bis nach Vancouver am Pazifik - ungefähr 6000 km. Als Zeitvorgabe waren vier Wochen angesetzt, doch das Ziel wurde bereits in drei Wochen erreicht.
Der Tramper selbst war ein Roboter, namens Hitchbot. Betrieben mit Solarzellen und Stromschnittstellen zu Steckdose oder Zigarettenanzünder verfügte er über eine Spracherkennung und eine Schnittstelle zu Wikipedia. Hitchbot machte regelmäßig Fotos und funkte per GPS seinen jeweiligen Aufenthaltsort zu seinen Erfindern.
Was er alles erlebt hat, kann man u.a. bei Twitter mit dem Hashtag hitchbot und Google mit den Stichworten HitchBot Bilder oder in diesem Link nachlesen.
Vielleicht tourt Hitchbot auch einmal durch Europa ;)

Vor 35000 Jahren…

Samstag, August 23rd, 2014

…machten die Menschen bereits Musik.
Das belegen Knochenflöten vom Geißenklösterle auf der Schwäbischen Alb.
Heutzutage tummeln sich unzählige Musikstilrichtungen und nur Szenekenner kennen den Unterschied zwischen House, Progressive House und Hip House.
Für Menschen wie mich gibt es zum Glück diese Karte, die zu jeder Stilrichtung auch mit einem Hörbeispiel aufwartet..
Also Ohren gespitzt und zugehört - bei über 1200 Musikrichtungen kann sich das etwas ziehen ;)

In einem Schrank…

Freitag, August 22nd, 2014

…kann sich allerlei verbergen.

Kinder verstecken sich darin und im Wandschrank von Professor Digory Kirke kann man beispielsweise hinter den Mänteln nach Narnia gelangen.

Aber in einem anderer Schrank gelang es, die Grundlagen für eine bis heute andauernde Erfindung zu schaffen.
1826 wurde von Joseph Nicéphore Niépce und Louis Daguerre das erste Foto gemacht. Die Belichtungszeit betrug noch acht Stunden und das Bild war nur im Dunkeln beständig. Die Fotoplatten bestanden damals aus teurem Kupfer, das mit Silber beschichtet war. Die beiden arbeiteten fleissig daran, die Zeit zu verringern und die Beständigkeit zu verbessern. Immer und immer wieder wurden ihre Bemühungen enttäuscht. Neun Jahre später, im Frühjahr von 1835, will Daguerre (mal wieder) eine Fotoplatte belichten. Doch nach wenigen Minuten ziehen Wolken auf und Daguerre, der die Platte wegen des wertvollen Kupfers nicht wegwerfen wollte, legte sie in seinen Laborschrank.
Am nächsten Morgen, als Daguerre den Schrank öffnet, sieht er zu seiner großen Verwunderung auf der nur wenige Minuten belichteten Platte ein klares Bild.
Schnell schlussfolgert Daguerre: “Irgendeine der Chemikalien im Schrank muss dafür verantwortlich sein.” Also wird das Experiment wiederholt und jedes Mal nimmt Daguerre eine weitere Chemikalie aus dem Schrank. Immer wieder hat er das selbe Ergebnis eines klaren Bildes und seltsamerweise auch, nachdem er alle Chemikalien aus dem Schrank genommen hat.
“Ist es das Holz? Oder ist da sonst nochwas drin?” fragte sich Daguerre. Bei ganz genauer Inspektion des Schranks entdeckt er Quecksilberkügelchen in einer Ritze. Die Quecksilberdämpfe im Schrank sorgten also für die Bildentstehung. Er überprüfte diese Vermutung, verbesserte dieses Verfahren und machte durch ein Salzbad der Platten in konzentrierter Kochsalzlösung das Bild auch noch lichtbeständig.
Wer ein Bild von Daguerre sehen möchte, betrachte sich den 5-Dollar-Schein der USA. Das Portrait von Abraham Lincoln wurde 1864 mit Daguerres Verfahren - der Daguerrotypie - aufgenommen.

…und in meinem Schrank hausen mit Sicherheit kleine Lebewesen, die mir nachts die Kleidung enger nähen, man nennt sie Kalorien :)

Fiat lux…

Mittwoch, August 20th, 2014

…et facta est lux! heißt übersetzt Es werde Licht und es ward Licht! und das Licht war Teilchen und Welle.
Und wenn Licht Wellencharakter hat, können sich die Wellen dann auslöschen?
Und wenn ja, wie kann man das beweisen?
Ganz einfach mittels eines Michelson-Interferometers. In der Schulphysik kann das aber schwierig und vor allem teuer werden.
An der Universität Osnabrück hat man deshalb ein Michelson-Interferometer aus LegoPhotonics gebaut und freundlicherweise die Baupläne dazu auf diesem Link veröffentlicht (nach dem Theorieteil am Ende der Seite).
Jetzt gibt es für Physiklehrkräfte keine Ausrede mehr und Spaß macht das Bauen sicher auch ;-)

Im Mittelalter…

Mittwoch, August 20th, 2014

…wurde der Vulkan Hekla aus Island als Eingang in die Unterwelt angesehen und noch heute sagt man in Schweden Dra åt Häcklefjäll!, was übersetzt Fahr doch zur Hekla! heißt.
Heute wird der Krater von Derweze in Turkemistan als Tor zur Hölle bezeichnet. Ein ständiges Methangasfeuer lässt den Ort wahrlich schaurig aussehen.
Doch George Kourounis, ein kanadischer Forscher, ließ sich gut geschützt in diesen Schlund hinab, um Proben zu entnehmen. Damit soll das Verständnis für Überlebensstrategien von Lebensformen unter extremen Umweltbedingungen verbessert werden.
Bei National Geographics gibt es Interview, Bilder und einen kleinen Film.
Viel Schaudern beim Anschauen ;-)

Das berühmte Geburtstagslied…

Dienstag, August 19th, 2014

Happy birthday to you , wird von mir seit Jahrzehnten gefühlvoll mit der letzten Zeile “…ich bin jünger als Duuuu.” beendet.
Mittlerweile kann ich diese ungewollte Information nicht mehr so oft geben und rechne jedes Jahr damit, dass mir das Lied entsprechend vorgesungen wird :-) .
Die tatsächlich ältesten, noch lebenden Lebewesen auf dem Planeten Erde sind sicher viel zu abgeklärt, um sich von derartigen Bemerkungen beeindrucken zu lassen.

Kuck mal da…

Montag, August 18th, 2014

…ein Schmetterling!
Bei diesem Ausruf freut man sich normalerweise, aber wenn der Schmetterling im übertragenen Sinne nur die Spitze des Eisbergs ist, kann einem doch ganz anders werden.
In Brasilien wurde eine Dinosaurierart entdeckt, welche vor 80 Millionen Jahren lebte und einen bizarren, schmetterlingsartigen Kopf hatte.
Genauere Infos finden Bloglesende hier.

Bei einem abendlichen Gespräch…

Sonntag, August 17th, 2014

…anlässlich einer Curry-Essenseinladung kam das Thema Kohlenstoffdioxid und dessen natürliches Vorkommen auf.
Hier kommt eine Liste mit den recherchierten und meines Erachtens interessantesten Punkten:

  • In Neapel gibt es die Hundsgrotte oder grotta del cane.
    Aus dem Boden strömt Kohlenstoffdioxid aus, welches dann in einer Konzentration von ungefähr 70 Prozent vorliegt.
    Hunde, die sich in diesem Kohlenstoffdioxidsee befinden, ersticken, während ihre Herrchen nichts davon merken :( .
  • In Bad Pyrmont gibt es die Dunsthöhle, die für medizinische Zwecke (Baden in Kohlenstoffdioxid) bei Indikationen, wie schlechte periphere Durchblutung, schlecht heilende Wunden, Ekzeme, … genutzt wird.
  • In Afrika (Kamerun) ereignete sich 1986 ein tödliches Drama, bei dem fast 2000 Menschen und Tausende von Tieren starben.
  • In Bodensilos im landwirtschaftlichen Bereich bildet sich Kohlenstoffdioxid. Landwirte prüfen vor dem Einstieg in die Bodensilos, ob die Atmosphäre am Boden der Silos atembar ist. Und nicht, wie meine Schüler nach der vorherigen Vorstellung der Hundsgrotte mutmaßten “…vielleicht hat der Bauer ja einen Dackel…”, sondern einfach mittels einer brennenden Kerze, deren Licht in Kohlenstoffdioxidatmosphäre erlischt.

Wenn Kohlenstoffdioxid aber schwerer als Luft ist, wieso haben die Bergleute die Käfige mit ihren Bioindikatoren (Kanarienvögel) an die Stollendecken gehängt?
Das wird in einem der nächsten Beiträge erklärt ;-)

Bei Nacht sind alle…

Samstag, August 16th, 2014

…Katzen grau, lautet ein Sprichwort, mit dessen Hilfe man im Biologieunterricht den Unterschied zwischen den Zäpfchen und den Stäbchen auf der Netzhaut erläutert.
Wie sieht es dann mit der schwarzen Großkatze aus, die als Schwarzer Panther bekannt ist?
Ist es ein schwarzer Leopard (Panthera Pardus), der statt der gelben Grundfarbe eine schwarze hat, ist es ein Jaguar (Panthera Onca), der üblicherweise schwarz gefärbt ist oder gar eine eigene Art?
Eine eigene Art ist es nicht, aber es kann sowohl ein Leopard mit schwarzer Grundfarbe sein, die auf einem rezessiv vererbten Gen liegt oder ein Jaguar, bei dem dieses Gen dominant ist. Damit ist das Beispiel wieder günstig für den Biologieunterricht - Genetik ;)
Falls es ein Leopard ist, kann man, wenn die Lichtverhältnisse günstig sind, die schwarzen Flecken sehen - vorausgesetzt, man steht dem Tier nicht in freier Wildbahn gegenüber :D

In Afrikaans…

Samstag, August 16th, 2014

…heißt das deutsche Worte Baumschlange schlicht Boomslang.
Den englischen Sprachregeln unterworfen, kommt lautmalerisch Buhmsläng heraus und taxonomisch lautet der Name Dispholidus typus.
Diese Schlangenart ist scheu und meidet den Menschen. Zugebissen wird nur, wenn man sie anfasst, dann aber wird es lebensbedrohlich:
Das Gift löst die roten Blutkörperchen auf (hämolytische Wirkung), zerstört Blutgefäße (hämorrhagische Wirkung), verbraucht die Gerinnungsfaktoren im Blut und ist damit gerinnungshemmend. Patienten bluten aus Bissstelle, Mundschleimhaut und innerlich.
Einer der bedeutensten Herpetologen (1) des 20. Jahrhundert, Karl Patterson Schmidt, starb 1957 am Biss einer Boomslang, die als harmlos galt.
Weitere Infos (samt Bildern) gibt es unter diesem Link.

(1) Reptilienkundler

Eine der einfachsten…

Samstag, August 16th, 2014

…Möglichkeiten zur Kommunikation ist das aus zwei Konservendosen und einer straff gespannte Schnur bestehende Büchsentelefon.
Pflanzen hingegen kommunizieren auf vollkommen andere Art und Weise. An der Virginia Polytechnic Institute and State University entdeckte Professor Westwood (Professor of plant pathology and physiology), dass Pflanzen mittels mRNA miteinander reden.
Nachdem man das Wie kommunizieren sie? herausgefunden hat, besteht die nächste Herausforderung im Worüber kommunizieren sie?.
Es bleibt auch in der Pflanzenwelt spannend!

In der Science-Fiction-Literatur…

Freitag, August 15th, 2014

…trat er 1934 im Buch Triplanetary des Autors Edward E. Smith zum ersten Mal auf: Der Traktorstrahl
Seitdem ist er fester Bestandteil z.B. in den Star-Trek-Episoden und -Filmen und wird in den einschlägigen Nachschlagewebseiten und -werken erläutert.
Physiker der Australien National University in Canberra haben eine Methode zur Wellenerzeugung entwickelt, mit deren Hilfe sie Objekte in alle Richtungen bewegen können (nicht ausschliesslich von der Wellenerzeugungsquelle weg oder zu ihr hin).
Kleinere Objekte wie Boote könnten damit eingefangen werden und größere Objekte, wie Ölteppiche, könnten so eingedämmt werden.
Welcher physikalische Hintergrund jedoch genau für den Wassertraktorstrahl verantwortlich ist, wissen die Forscher auch nicht. Es gibt auch noch kein mathematisches Modell, dass dieses Phänomen erklärt.
Die Arbeit wurde in Nature Physics veröffentlicht, wer jedoch nachlesen will, kann dies unter diesem Link tun.

Rosa und Blau…

Freitag, August 8th, 2014

…sind die traditionellen Farben für Mädels und Buben.
Nachdem ein dänischer Spielzeughersteller seine Spielzeugsets auch mit diesen Farben versehen hat, fühlte sich Charlotte konditioniert und schrieb einen Brief an den Hersteller.
In diesem Link findet man den Originalbrief und auch die Antwort des Herstellers.
Schade, dass kein Nachfolgemodell vorgesehen ist, Vielleicht schreibt Charlotte einen weiteren Brief ;)

Baron von Münchhausen…

Mittwoch, August 6th, 2014

…war als Lügenbaron wegen seines spektakulären und fantastischen Erzähltalents berühmt.
In einer seiner Geschichten berichtet er, wie er sich selbst an seinem eigenen Zopf aus dem Sumpf zog. Dieses Bild verwendet die Mathematik zur Definition der so genannten Münchhausen-Zahlen.
Hier zunächst die etwas sperrige Definition: Eine Münchhausen-Zahl ist eine Zahl, deren Ziffern, mit sich selbst potenziert, summiert wieder diese Zahl ergeben.
Wenn z.B. eine Zahl aus den Ziffern abc besteht (a an der Hunderterstelle, b an der Zehnerstelle und c an der Einerstelle) und a^a + b^b + c^c = abc ergibt, dann handelt es sich bei abc um eine Münchausen-Zahl.
Leider gibt es nur zwei Münchausen-Zahlen :-( die 1 und die 3435, denn 1^1 = 1 und 3³ + 4⁴ + 3³ + 5⁵ = 3435
Schade eigentlich.